AfD in Brandenburg und Sachsen stärkste Kraft vor der SPD und Die Partei

Analyse der Suchanfragen zur Landtagswahl am 1. September

AfD in Brandenburg und Sachsen stärkste Kraft vor der SPD und Die Partei

Am Sonntag wählen Sachsen und Brandenburg neue Länderparlamente. Ginge es nur nach dem Interesse der Menschen an den einzelnen Parteien, stünde mit der Alternative für Deutschland (AfD) der große Gewinner bereits fest. Denn nach keiner politischen Gruppierung suchten die Menschen aus den beiden Bundesländern bei Google in den letzten Monaten häufiger – und das mit großem Abstand. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung der Online-Visibility-Management-Plattform SEMrush. Die Experten analysierten dafür die Google-Suchanfragen aus Brandenburg und Sachsen.

Landtagswahl in Brandenburg: Größtes Interesse an CDU-Spitzenkandidat Ingo Senftleben

In Brandenburg liegt die AfD mit durchschnittlich knapp 18.000 Suchanfragen pro Monat weit vor der SPD (4.943) und Die Partei (4.169). Beim Blick auf die Spitzenkandidaten ändert sich das Bild allerdings. Hier ist das Interesse am CDU-Spitzenkandidaten Ingo Senftleben (880) am größten. Dicht dahinter folgt der AfD-Politiker Andreas Kalbitz (789). SPD-Mann Dietmar Woidke () liegt in dieser Auswertung auf Position drei.

Überraschend: Die Partei in den Top drei in beiden Bundesländern

Neben der AfD gibt es eine weitere Partei, die in beiden Bundesländern zu den Top drei Suchanfragen zählt: Die Partei wird von den Brandenburgern mit durchschnittlich mehr als 4.100 Suchanfragen pro Monat am dritthäufigsten gesucht, von den Sachsen mit durchschnittlich mehr als 9.300 monatlichen Suchen sogar am zweithäufigsten.

Landtagswahl in Sachsen: CDU- und SPD-Spitzenkandidaten vor AfD-Mann Jörg Urban

Ein ähnliches Bild wie in Brandenburg zeigt sich in Sachsen: Die Einwohner interessieren sich mit durchschnittlich über 43.400 Suchanfragen pro Monat am meisten für die AfD. Dahinter folgen Die Partei (9.343) und die SPD (8.029). Bei den Spitzenkandidaten liegt Michael Kretschmer (2.729) auf Platz eins. Der CDU-Politiker hat mehr als doppelt so viele Suchanfragen pro Monat wie SPD-Mann Martin Dulig (1.309) auf Rang zwei. Erst auf dem dritten Platz folgt Jörg Urban von der AfD (901).

„Unsere Auswertung zeigt nicht, welche Partei die Menschen tatsächlich wählen werden und auch nicht, wie viele mit den einzelnen Parteien sympathisieren. Allerdings spiegelt sie ein allgemeines Interesse der Nutzer wider“, erklärt Olga Andrienko, Head of Global Marketing bei SEMrush.¹

ARD-Vorwahlbefragung Brandenburg: SPD und AfD gleichauf

In wenigen Tagen wird in Brandenburg ein neuer Landtag gewählt. Anderthalb Wochen vor der Wahl erreicht die SPD in der Sonntagsfrage der ARD-Vorwahlumfrage Brandenburg 22 Prozent (+4 Prozentpunkte im Vergleich zum BrandenburgTrend Anfang Juni; Landtagswahl 2014: 31,9 Prozent). Die CDU käme auf 18 Prozent (+1 im Vgl. zu Juni; Landtagswahl 2014: 23,0 Prozent). Die Linke liegt bei 15 Prozent (+1 im Vgl. zu Juni, Landtagswahl 2014: 18,6 Prozent).

Die AfD erreicht 22 Prozent (+1 im Vgl. zu Juni; Landtagswahl 2014: 12,2 Prozent). Die Grünen liegen aktuell bei 12 Prozent (-5 im Vgl. zu Juni; Landtagswahl 2014: 6,2 Prozent). Die BVB/Freie Wähler erreichen 4 Prozent (+/- 0 im Vgl. zu Juni; Landtagswahl 2014: 2,7 Prozent). Die FDP liegt bei 5 Prozent (+/- 0 im Vgl. zu Juni; Landtagswahl 2014: 1,5 Prozent). Für die Sonntagsfrage im Auftrag der ARD-Tagesthemen hat das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap von Montag bis Mittwoch dieser Woche 1.002 Wahlberechtigte in Brandenburg befragt. Bei dieser Umfrage handelt es sich ausdrücklich um keine Prognose, sondern um die politische Stimmung in der laufenden Woche. Die Sonntagsfrage misst aktuelle Wahlneigungen und nicht tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich.

Viele Wähler legen sich kurzfristig vor einer Wahl fest. Eine große Bedeutung hat zudem die letzte Phase des Wahlkampfs mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern. Aktuell sind 44 Prozent der Brandenburger mit der Arbeit der Landesregierung aus SPD und Linke zufrieden bzw. sehr zufrieden (-16 Prozentpunkte im Vgl. zu September 2014), 54 Prozent sind aktuell weniger bzw. gar nicht zufrieden (+17). 30 Prozent der Befragten wollen, dass die SPD weiterhin die Regierung führt (-26 Punkte im Vgl. zu September 2014). 59 Prozent der Befragten wollen, dass eine andere Partei die Regierung führt (+22). Mit der politischen Arbeit des Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD) sind aktuell 51 Prozent der Befragten zufrieden bzw. sehr zufrieden (-4 Prozentpunkte im Vgl. zu April 2019).

Für Woidke ist dies der niedrigste Zufriedenheitswert der laufenden Legislaturperiode. Aktuell sind 36 Prozent der Befragten mit seiner politischen Arbeit weniger bzw. gar nicht zufrieden. Mit der Arbeit des CDU-Spitzenkandidaten Ingo Senftleben sind 23 Prozent der Befragten in Brandenburg zufrieden bzw. sehr zufrieden (-2 Punkte im Vgl. zu April 2019). 52 Prozent kennen ihn nicht oder können sich keine Meinung über ihn bilden. Mit der Arbeit von Kathrin Dannenberg (Linke) sind 17 Prozent zufrieden bzw. sehr zufrieden (+2). 67 Prozent kennen sie nicht oder können sich keine Meinung über sie bilden. Mit der Arbeit von Andreas Kalbitz (AfD) sind 15 Prozent zufrieden bzw. sehr zufrieden (+4). 60 Prozent kennen ihn nicht oder können sich keine Meinung über ihn bilden.

Mit der Arbeit von Ursula Nonnemacher (Grüne) sind 13 Prozent zufrieden bzw. sehr zufrieden (-3). 68 Prozent kennen sie nicht oder können sich kein Urteil über sie bilden. Die Interessen der Ostdeutschen zu vertreten, trauen die Brandenburger am ehesten der Linken zu. 21 Prozent der Befragten sind der Meinung, sie kümmere sich am meisten darum. Die SPD kommt bei dieser Frage auf 14 Prozent, die AfD auf 13 Prozent. 5 Prozent der Befragten sind der Ansicht, die CDU kümmere sich am meisten um die Interessen der Ostdeutschen, 2 Prozent meinen, die Grünen täten das und 1 Prozent die FDP. Eine relative Mehrheit von 40 Prozent antwortete auf diese Frage indes mit „keine Partei“ oder „weiß nicht“.

Vernachlässigt sehen die Brandenburger die Interessen der Menschen auf dem Land. Mehr als drei Viertel der Befragten (78 Prozent) sind der Meinung, auf sie werde zu wenig Rücksicht genommen. 17 Prozent sind der Ansicht, auf die Interessen der Menschen auf dem Land werde angemessen Rücksicht genommen. Dahingegen meint nur rund ein Drittel (31 Prozent), die Politik nehme zu wenig Rücksicht auf die Interessen der Menschen in der Stadt. 44 Prozent sind der Ansicht, die Interessen der Stadt-Bevölkerung würden angemessen berücksichtigt. 16 Prozent meinen, auf sie werde zu viel Rücksicht genommen.²

¹SEMrush – Agentur Frau Wenk +++ GmbH ²WDR Kommunikation

DasParlament

Eine Antwort auf "AfD in Brandenburg und Sachsen stärkste Kraft vor der SPD und Die Partei"

  1. Buerger   Freitag, 30. August 2019, 10:10 um 10:10

    Nie wird soviel gelogen wie im Krieg und vor den Wahlen:

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