Auf der Suche nach Profil – Wie löst die CDU die K-Frage?

AKK unter Beobachtung

Auf der Suche nach Profil – Wie löst die CDU die K-Frage?

Annegret Kramp-Karrenbauer hat seit ihrer Wahl im Dezember Schwächen gezeigt und Zweifel an ihrer Eignung für das höchste Regierungsamt genährt. Nun steht sie unter Beobachtung. Sie will die Entscheidung über die Kandidatur erst Ende 2020 herbeiführen. Bis dahin ist viel Zeit für Fehler und Ränkespiele. Dass Laschet sich beharrlich weigert, sich zu seinen Plänen zu äußern, ist verdächtig. Und dann ist da ja noch Friedrich Merz, der die Debatte „völlig irre“ nennt, seine Ambitionen aber nicht aufgegeben hat. Die Vorsitzende muss sich jetzt ganz um die programmatische Erneuerung ihrer Partei kümmern. Liefert sie, muss sie eine Urwahl nicht scheuen.¹

„Kramp-Karrenbauer wird Kanzlerkandidatin.“ Da ist sich Ralph Brinkhaus, Fraktionsvorsitzender der Unionsparteien, sicher. Nachdem Europawahl-Debakel und dem unglücklichen Umgang mit dem Rezo-Video ist die Eignung Kramp-Karrenbauers als Kanzlerkandidatin jedoch mehr als umstritten – sowohl innerhalb als auch jenseits ihrer Partei. Während Teile der Union eine Kandidatur der Parteivorsitzenden mit Verweis auf die verheerenden Umfragewerte verhindern wollen, sprechen ihr laut einer FORSA-Erhebung ganze 70 Prozent der Deutschen eine Befähigung zur Kanzlerin grundsätzlich ab.

Wie wird die Union die K-Frage angesichts ihrer dramatischen Umfragewerte beantworten? Welche/r Kandidat/in ist geeignet, um das Profil der Partei zu schärfen? Wie kann die Partei zu alter Stärke zurückfinden? Wofür steht eine von Annegret Kramp-Karrenbauer geführte CDU? Und wer sind ihre potenziellen Kontrahenten?²

Ralph Brinkhaus und die Personaldebatte in der UnionBefeuert statt beruhigt

Vielleicht hat der besonnene Ostwestfale Ralph Brinkhaus gehofft, durch seinen Hinweis auf Annegret Kramp-Karrenbauer als die natürliche Kanzlerkandidatin der Union nach Merkel – schließlich ist sie die Parteivorsitzende – etwas mehr Ruhe in die aufgeregte CDU zu bringen. Lange segelte die in der Wählergunst einbrechende Union im Windschatten der Existenzkrise der Sozialdemokratie. Doch spätestens seit sie in Umfragen von den Grünen überholt wurde, befindet auch sie sich in Panik. Erreicht hat Brinkhaus das Gegenteil. Mit seinen Äußerungen hat er die Personaldebatte um Kramp-Karrenbauer erst richtig befeuert.

Der eine potenzielle Mitbewerber – Ministerpräsident Armin Laschet – macht hinter der Kandidatin Kramp-Karrenbauer gleich ein dickes Fragezeichen, der andere – der nur knapp geschlagene Rivale Friedrich Merz – spricht von einer „irren Diskussion“ zur Unzeit. Nervenstärke geht anders. Die CDU steht in der Gefahr, den gleichen Fehler zu machen wie die andere ehemals große Volkspartei, die SPD. Wenn das Publikum auch sie nur noch als zerstrittenen Haufen wahrnimmt, in dem es immer nur um die Vergabe von Posten geht, wird auch bei ihr die Abwärtsspirale schwer zu bremsen sein. Die Sozialdemokraten können ein Lied davon singen.³

¹Straubinger Tagblatt ²phoenix-Kommunikation ³Lothar Schmalen, Düsseldorf – Neue Westfälische

DasParlament

Eine Antwort auf "Auf der Suche nach Profil – Wie löst die CDU die K-Frage?"

  1. Buerger   Freitag, 14. Juni 2019, 15:40 um 15:40

    „Kramp-Karrenbauer wird Kanzlerkandidatin.“

    Bitte nicht, jetzt müssen wir noch A.M. ertragen (eigentlich schon viel zu lange) und dann wäre die Nachfolgerin ein politischer Klon von A.M.
    Was wollt ihr uns denn noch alles zumuten?

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